
Für Restaurants, Handwerksbetriebe, Arztpraxen und Dienstleister ist Local SEO (oder lokales SEO) oft der wirkungsvollste Hebel, um bei Google Maps gefunden zu werden. Nach meiner Erfahrung wirkt es schneller und günstiger als klassisches SEO. Und seit KI-Systeme wie ChatGPT lokale Empfehlungen geben, beeinflusst Local SEO auch, ob sie deine Marke überhaupt nennen. Wie sich SEO insgesamt vom Performance- zum Markenkanal entwickelt, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Ich habe 2019 für t3n darüber geschrieben, wie Google Maps sich still und heimlich zum Social Network entwickelt. Seitdem hat sich Google Maps zu einer der wichtigsten lokalen Suchplattformen entwickelt. Dazu kommen KI-Systeme, die lokale Anbieter empfehlen. Die Tipps stammen aus über 30 Audits und Kundenprojekten von HECHT INS GEFECHT.
Inhalt
Was Local SEO heute bedeutet
Local SEO ist die Optimierung der Sichtbarkeit eines Unternehmens für Suchanfragen mit lokalem Bezug: „Zahnarzt Bremen“, „Blumenladen in der Nähe“, „beste Pizzeria geöffnet jetzt“. Ein Teil davon ist Google-Maps-SEO, also die Optimierung für die Kartensuche und das Local Pack. Im Kern geht es darum, ob Kunden dich finden, wenn sie in deiner Nähe suchen.
Ob der Kunde dich findet, hängt auch davon ab, ob Google Maps, Apple Maps und ChatGPT die richtigen strukturierten Daten über dein Unternehmen haben. Den maschinenlesbaren Standard dafür liefert Schema.org/LocalBusiness. Garantiert ist damit nichts. Google bezieht Unternehmensdaten auch aus eigenen Quellen und von Partnern, das Markup auf deiner Website ist nur ein Baustein.
Lokale Empfehlungen kommen längst nicht mehr nur aus der klassischen Google-Suche. Bing Maps, Apple Maps, ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode liefern sie ebenfalls. Wer nur für die klassische Google-Suche optimiert, verschenkt Reichweite auf diesen Plattformen.
Vier Vorteile machen Local SEO gegenüber klassischem SEO attraktiv:
- Höhere Conversion: Wer lokal sucht, will buchen, anrufen oder vorbeikommen. Nach meiner Erfahrung liegt die Quote deutlich über der aus klassischem SEO-Traffic.
- Schnellere Ergebnisse: Änderungen am Google Business Profil wirken nach meiner Erfahrung oft schon nach Tagen.
- Weniger Aufwand: Ein Profil und eine Handvoll Seiten statt tausender Keywords.
- Auch ohne Website möglich: Ein gepflegtes Google Business Profil reicht für Sichtbarkeit aus.
Bundesweite Reichweite bringt Local SEO nicht. Wer in mehreren Regionen ohne physischen Standort sichtbar werden will, kommt am klassischen SEO nicht vorbei. Die beiden Disziplinen ergänzen sich.
Abb. 1: Vier Vorteile von Local SEO gegenüber klassischem SEO. ↓ PNG
Google Business Profil: Das Herzstück von Local SEO
Dein Eintrag bei Google Maps und in der Google-Suche ist das Google Business Profil (GBP), offiziell Google Unternehmensprofil, früher Google My Business. Hier stehen Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer, Bewertungen, Fotos: alles, was ein potenzieller Kunde braucht, um eine Entscheidung zu treffen.
Ein optimiertes Google Business Profil ist einer der wichtigsten Faktoren für dein lokales Ranking. In der Experten-Umfrage „Local Search Ranking Factors“ von Whitespark sind die Signale aus dem Unternehmensprofil die stärkste Gruppe der Ranking-Faktoren für das Local Pack. Trotzdem sehe ich in meinen Audits häufig unvollständige Profile, veraltete Öffnungszeiten oder Beschreibungstexte, die aus einem Satz bestehen.
Name und Kategorie
Verwende beim Namen überall denselben, echten Namen deines Unternehmens. Viele bauen trotzdem Keywords ein, etwa „Sonnenstudio Müller | Solarium & Bräunungsstudio“ statt „Sonnenstudio Müller“. In der Experten-Umfrage von Whitespark stehen Keywords im Profilnamen auf Platz 3 der Ranking-Faktoren für das Local Pack. Die Experten halten Keywords im Namen also für einen starken Faktor. Google erlaubt solche Zusätze im Namensfeld aber nicht. Bei Verstößen kann Google das Profil sperren.
Ich rate davon ab. Nach meiner Erfahrung bringen Keywords im Namen nur kurzfristig etwas im Local Pack. Langfristig erschweren sie die saubere Erkennung deiner Marke durch Suchmaschinen und LLMs. Wer eine klar abgrenzbare Marke aufbauen will, lässt die Keywords weg. HECHT INS GEFECHT hatte früher „Webdesign“ und „SEO“ im Namen und hat beides zugunsten der reinen Marke gestrichen. Das würde ich jederzeit wieder so machen. Ich halte den Schaden für die Markenerkennung in LLMs für größer als den Nutzen im Local Pack.
Wichtig ist auch die Kategorie. In der Whitespark-Umfrage steht die Hauptkategorie auf Platz 1 der Ranking-Faktoren für das Local Pack. Google filtert Einträge nach Kategorie, wenn jemand nach einer bestimmten Dienstleistung sucht. Orientiere dich an der Konkurrenz. Wähle eine möglichst genaue Hauptkategorie und nur die Zusatzkategorien, die dein Kerngeschäft wirklich beschreiben. Google verlangt, zur Beschreibung des Kerngeschäfts so wenige Kategorien wie möglich zu wählen. Bei einer Augenklinik mit drei Standorten haben wir die Hauptkategorie von einer allgemeinen Bezeichnung auf die genaue Fachrichtung geändert. Danach entwickelten sich die lokalen Rankings an allen drei Standorten nach meiner Beobachtung positiv.
Praktisches Tool dazu: Mit der Browser-Erweiterung GMB Everywhere (GMB = Google My Business) lassen sich die Kategorien aller Google-Business-Einträge direkt in Maps auslesen. Damit ziehst du gezielt mit den Mitbewerbern gleich, statt zu raten. Wechsle die Hauptkategorie nicht zu oft. Nach meiner Erfahrung kann jeder Wechsel die lokale Sichtbarkeit vorübergehend drücken.
Beschreibung
Google lässt dir 750 Zeichen Platz. Nutze sie aus. Schreib genau rein, was du machst, für wen du arbeitest und was dein Angebot besonders macht. Pack deine wichtigsten Keywords ganz natürlich in den Text. Auch KI-Systeme wie Gemini greifen auf diese Angaben zurück, um dein Unternehmen richtig einzuordnen. Gemini stützt sich bei lokalen Empfehlungen laut SOCi allein auf Google Maps. Mehr dazu steht im Teil über Local GEO (Generative Engine Optimization).
Fotos und Beiträge
Lade so viele echte Bilder hoch, wie du hast: vom Team, von deinen Räumen oder deinen Produkten.
Die Beiträge im Profil sind kurze Neuigkeiten, zum Beispiel Gutscheine, neue Angebote oder saisonale Aktionen. Sie zeigen Suchenden, dass dein Unternehmen aktiv ist. Ich empfehle, regelmäßig zu posten, etwa zweimal pro Woche. Als Ranking-Faktor für das Local Pack schätzen die Experten der Whitespark-Umfrage die Häufigkeit von Beiträgen allerdings gering ein.
Öffnungszeiten
Öffnungszeiten werden oft unterschätzt. HECHT INS GEFECHT hat bei einem Kunden die Anrufe über die Statistiken im Unternehmensprofil ausgewertet. Die meisten Anrufe kamen an einem Wochentag rein, an dem der Standort eigentlich geschlossen hatte. Prüfe deshalb, ob deine Öffnungszeiten zur Nachfrage passen.
Gib nur Zeiten an, zu denen du wirklich erreichbar bist. „Rund um die Uhr“ ohne Besetzung verstößt gegen die Richtlinien von Google. Steht ein Kunde vor verschlossener Tür, schadet das außerdem deinem Geschäft.
Ein Eintrag oder mehrere?
Lege nur ein einziges Google Business Profil pro Standort an. Auch wenn du in mehreren Städten tätig bist, reicht ein Eintrag mit definiertem Einzugsgebiet. Mehrere Einträge für denselben Standort verwirren Kunden und führen laut Google zu Problemen bei der Darstellung.
Bei einem Kunden mit drei Standorten hat HECHT INS GEFECHT in einer Stadt mehrere alte Doppeleinträge gefunden. Nach der Bereinigung (Duplikate gelöscht, Alt-Einträge zusammengeführt) stiegen die Aufrufe des verbleibenden Eintrags um über 50 %.
Das Local Pack: Die Top 3 bei Google Maps
Im Local Pack stehen die 3 Google-Maps-Ergebnisse, die bei lokalen Suchanfragen noch vor den organischen Ergebnissen erscheinen. Um genau diese drei Plätze geht es beim Google-Maps-SEO.
Wie stark das Local Pack die Zahlen verzerrt, sah HECHT INS GEFECHT bei einem Baustoffhändler. In der Search Console stand die Startseite für Suchanfragen mit dem Ortsnamen im Schnitt auf Position 1,0. Für das wichtigste Keyword ohne Ortsbezug war sie nicht unter den ersten 100 Treffern. Die Position 1 kam vor allem aus dem Local Pack über den Website-Link im Unternehmensprofil. Das wichtigste Keyword stand 76-mal im Quelltext, 43-mal davon in der Navigation. Diese Nennungen erklärten die Position 1 nicht.
Google bestimmt die Reihenfolge im Local Pack durch 3 Faktoren:
- Distanz: die Entfernung zwischen Unternehmen und Suchendem.
- Relevanz: die Passung zwischen Eintrag und Suchanfrage (Kategorie, Keywords).
- Bekanntheit: die Stärke der Online-Präsenz (Bewertungen, Citations, Backlinks).
An der Distanz kannst du nichts ändern. Relevanz steuerst du über die Kategorie und vollständige Angaben im Profil. Bekanntheit baust du über Bewertungen, Citations und deine Website auf. Ich habe über das Local Pack ausführlich in meinem Gastbeitrag für das OMT-Magazin (OMT = Online Marketing Tag) geschrieben. Die Grundprinzipien gelten unverändert.
Abb. 2: Das Google Local Pack zeigt drei Maps-Treffer über den organischen Ergebnissen. ↓ PNG
Auch Bing hat ein Local Pack (Bing Places). Ein Eintrag dort ist schnell angelegt und kostet nichts. Ecosia zeigt für Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Hotels Daten von Tripadvisor. Brave Search nutzt Tripadvisor als eine von mehreren Quellen. Für Gastronomie und Tourismus lohnt sich deshalb auch ein gepflegter Tripadvisor-Eintrag.
Local Citations: Branchenbucheinträge als Fundament
Citations sind die Erwähnungen deines Unternehmens in Branchenverzeichnissen, Bewertungsportalen und Kartendiensten. Darren Shaw, Gründer von Whitespark, gibt die Experten-Umfrage „Local Search Ranking Factors“ heraus. Die Ausgabe 2026 erschien im November 2025, die vorherige 2023. Für das Local Pack haben Citations an Gewicht verloren und machen dort nur noch 6 % aus. Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen gewichten die Experten sie mit 13 %, also mehr als doppelt so stark. Citations zeigen Suchmaschinen, dass es das Unternehmen wirklich gibt, an der angegebenen Adresse, mit der hinterlegten Telefonnummer.
In meinen Audits fällt mir häufig auf, dass die Eckdaten des Unternehmens nicht überall gleich aussehen. Mal „Straße“ auf der eigenen Website, daneben „Str.“ in den Gelben Seiten. Mobilnummer bei Yelp, Festnetz im GBP. Mal mit, mal ohne „GmbH“ im Namen. Der Fachbegriff dafür heißt NAP-Konsistenz (NAP = Name, Address, Phone): alle 3 identisch über alle Plattformen. Nach meiner Erfahrung toleriert Google solche Abweichungen lange, weil Maps ähnliche Adressen zusammenführen kann. KI-Systeme verzeihen solche Widersprüche nach meiner Beobachtung deutlich seltener.
Welche Verzeichnisse sind relevant?
- Kartendienste: Google Maps, Apple Maps, Bing Maps, Here Maps, OpenStreetMap
- Branchenbücher: Gelbe Seiten, Das Örtliche, 11880, Yellowmap
- Bewertungsportale: Yelp, ProvenExpert, Trustpilot
- Branchenspezifisch: Jameda (Ärzte), Kununu (Arbeitgeber), Tripadvisor (Gastro), regionale Portale
Mein Lieblingstrick ist eine Frage an ChatGPT. Frag, welche Portale in deiner Branche und Stadt relevant sind. Die Antwort zeigt, welche Portale das Modell für deine Branche kennt. Damit hast du eine erste Prioritätenliste. Prüfe dann, auf welchen dieser Portale deine Wettbewerber stehen und du noch nicht.
Manuell oder automatisiert?
Ab etwa 50 Einträgen wird die Pflege per Hand sehr aufwendig. Dafür gibt es Tools wie Semrush Local. Du trägst Änderungen einmal zentral ein, das Tool gleicht sie mit allen angeschlossenen Verzeichnissen ab. Es meldet zurück, wo Duplikate liegen oder Bewertungen eingegangen sind. Bei einem Kunden mit drei Standorten schrumpfte die Citation-Pflege so von mehreren Stunden pro Woche auf wenige Minuten.
Wer mit unter 20 Einträgen auskommt, braucht kein Tool. Dann reicht es, die 10 wichtigsten Verzeichnisse manuell anzulegen und nach und nach zu erweitern. Das ist Fleißarbeit, aber überschaubar.
Pro-Tipp: Pflege deine Citations in einer Tabelle mit Verzeichnis, Link zum Eintrag, Zugangsdaten und Datum der letzten Prüfung. Sonst verlierst du spätestens beim zweiten Standort den Überblick.
Bewertungen: Ein starker lokaler Ranking-Faktor
Bewertungen wirken in Local SEO an mehreren Stellen gleichzeitig. Sie verbessern dein Ranking bei Google und schaffen Vertrauen. In der Whitespark-Umfrage sind sie nach dem Unternehmensprofil die zweitstärkste Gruppe der Ranking-Faktoren für das Local Pack. Zusätzlich fließen Bewertungen in die Empfehlungen von KI-Systemen ein. Eine ausführlichere Strategie steht im Beitrag zum Bewertungsmanagement. Für Local SEO im engeren Sinne sind fünf Prinzipien entscheidend:
- Keywords im Bewertungstext helfen. Nennt eine Bewertung Leistung und Ort, etwa „Bester Zahnarzt in Bremen, super freundliches Team“, hilft das nach meiner Erfahrung beim Ranking auf „Zahnarzt Bremen“. Vorgeben darfst du das nicht. Google verbietet, bestimmte Inhalte in Bewertungen zu verlangen. Bitte alle Kunden um eine ehrliche Bewertung in eigenen Worten.
- Konkrete Schilderungen wirken stärker als emotionale. Konkrete Angaben zu Wartezeit, Parkplatz oder Freundlichkeit können Leser, Google und KI-Systeme verwerten. „Toller Laden“ sagt darüber nichts. „Wartezeit unter zehn Minuten, freundliche Anmeldung“ liefert verwertbare Fakten.
- Immer antworten, einzeln und zeitnah. Google schreibt, dass hilfreiche Antworten auf Rezensionen dazu beitragen können, dass sich ein Unternehmen von der Konkurrenz abhebt. Als Ranking-Faktor für das Local Pack schätzen die Experten der Whitespark-Umfrage Antworten auf Bewertungen gering ein (Platz 122 von 187). Gib die Antworten einer festen Person, damit sie nicht im zentralen Postfach liegen bleiben.
- Regelmäßigkeit schlägt Masse. Nach meiner Erfahrung sind fünf Bewertungen pro Woche über sechs Monate besser als 50 an einem einzigen Tag. Ein gleichmäßiger Zufluss an Bewertungen über längere Zeit steht in der Whitespark-Umfrage auf Platz 14 der Ranking-Faktoren für das Local Pack. Baue die Bitte um eine Bewertung fest in deinen Ablauf direkt nach dem Kundenkontakt ein.
- Schlechte Bewertungen nicht löschen lassen. Ein Profil mit ausschließlich fünf Sternen wirkt unglaubwürdig. Antworte lieber sachlich und biete eine Lösung an. Nach meiner Erfahrung wirkt ein Schnitt unter 5,0 glaubwürdiger. Dazu passt eine Studie des Spiegel Research Center der Northwestern University zu Produktkäufen in Onlineshops. Dort erreichte die Kaufwahrscheinlichkeit ihren Höhepunkt bei 4,2 bis 4,5 Sternen. In Deutschland zeigt Google im Profil einen Hinweis an, wenn Bewertungen nach Beschwerden wegen Diffamierung entfernt wurden.
On-Page SEO für lokale Unternehmen
Local SEO braucht grundsätzlich keine Website, aber eine eigene Website verstärkt die Wirkung erheblich.
Abb. 3: Vier On-Page-Maßnahmen für die Standortseite. ↓ PNG
Vier On-Page-Maßnahmen machen den Unterschied:
- Standortseiten: Pro Standort eine eigene Seite mit Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Angebotsbeschreibung. Titel, H1 und URL verbinden Tätigkeit mit Stadt: „Zahnarzt Bremen | Praxis Dr. Müller“. Das klingt langweilig, funktioniert nach meiner Erfahrung aber besser als kreative Varianten.
- Schema-Markup: LocalBusiness-Schema mit Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Geo-Koordinaten und Link zum GBP. Google bekommt die Eckdaten maschinenlesbar.
- Ortsrufnummer: Eine Nummer mit Ortsvorwahl statt 0800er-Hotline, Zentral- oder Mobilnummer. Google empfiehlt im Unternehmensprofil ausdrücklich eine örtliche Nummer statt Callcenter oder Hotline.
- Google Maps einbetten: Die statische Maps-URL aus dem eigenen GBP-Eintrag in die Standortseite einbetten, nicht die dynamische Embed-URL aus dem Iframe-Generator. So verweist die Website eindeutig auf den richtigen Eintrag.
Local GEO: Lokale Sichtbarkeit in KI-Systemen
Local GEO ist das Local SEO für KI-Systeme: ChatGPT, Perplexity, Google AI Mode, Claude. Manche nennen es KI-SEO für lokale Unternehmen, gemeint ist dasselbe. Die Leitfrage verschiebt sich von „Findet mich jemand auf Google Maps?“ zu „Empfiehlt ChatGPT mich, wenn ein Nutzer in meiner Stadt nach einem Anbieter fragt?“. Beide Antworten überlappen sich, aber sie sind nicht identisch. In meinen Audits steht manchmal ein Anbieter ganz oben im Local Pack und taucht in der KI-Antwort trotzdem nicht auf. Umgekehrt erlebe ich es regelmäßig, dass ein Anbieter in ChatGPT genannt wird, der bei Google maximal auf Platz 7 liegt.
Der 30x Visibility Gap
SOCi hat für den Local Visibility Index 2026 über 350.000 Standorte von 2.751 Marken mit mehreren Standorten ausgewertet. Die Tabelle zeigt, wie oft diese Standorte im Google Local Pack erscheinen und wie oft KI-Systeme sie empfehlen:
| Plattform | Anteil der Standorte |
|---|---|
| Google Local Pack | 35,9 % |
| Google Gemini | 11 % |
| Perplexity | 7,4 % |
| ChatGPT | 1,2 % |
Zwischen Google und ChatGPT liegt also ein Faktor von rund 30. Die zweite Zahl aus derselben Studie betrifft den Einzelhandel. Dort gehören nur 45 % der 20 sichtbarsten Marken der klassischen lokalen Suche auch zu den 20 Marken, die KI-Systeme am häufigsten empfehlen. Über alle Branchen hinweg sind es laut SOCi weniger als die Hälfte. Ein gutes Google-Ranking bringt nicht automatisch Sichtbarkeit in KI-Empfehlungen.
Abb. 4: Der 30x Visibility Gap: das Local Pack dominiert gegenüber KI-Plattformen. ↓ PNG
Was KI-Systeme über lokale Anbieter wissen wollen
Bei KI-Systemen gibt es kein „Seite 2“. Entweder das Modell nennt dich, oder du kommst in dieser Antwort nicht vor. Dazu kommt, dass die Anfragen selbst anders aussehen. SOCi hat gemessen, dass Anfragen an KI-Systeme im Schnitt 23 Wörter lang sind, fast sechsmal so lang wie bei klassischen Suchmaschinen. Wo bei Google „Zahnarzt Bremen“ reicht, fragt jemand bei ChatGPT lieber „Welcher Zahnarzt in Bremen hat gute Bewertungen und nimmt kurzfristig Termine an?“. Damit nennt der Nutzer seine Kriterien gleich mit. Wer sie nicht erfüllt, fällt nach meiner Beobachtung aus der Antwort.
Warum empfehlen KI-Systeme so wenige Standorte? KI-Systeme ziehen lokale Angaben aus mehreren Quellen. Bei lokalen Anfragen stammen die Quellen laut SOCi vor allem aus Google Maps, Branchenportalen, den Websites der Marken, Yelp und Facebook. Gemini stützt sich allein auf Google Maps. Laut SOCi senken uneinheitliche oder unvollständige Einträge das Vertrauen der KI-Systeme in die Daten und können ein Unternehmen ganz aus der Auswahl nehmen. Steht die Adresse auf der Website anders als bei Yelp, nennt das Modell nach meiner Beobachtung eher den Wettbewerber, der überall gleich auftritt. Dasselbe beobachte ich bei einer veralteten Telefonnummer im Branchenbuch. Das ist dieselbe Logik wie bei der NAP-Konsistenz, nur mit härteren Folgen.
Das Thema heißt Generative Engine Optimization, kurz GEO. Dazu gibt es einen ausführlichen Artikel. Lokal ist vor allem das NAPD-Framework entscheidend (NAPD = Name, Address, Phone, Description). Das D steht für deinen Unternehmenstext, und der muss auf allen Kanälen die gleiche Botschaft senden. Der Text muss nicht wortgleich sein, aber dieselbe Tonalität und dieselben Daten haben. Woher der Text am besten kommt, steht im Beitrag über die Über-uns-Seite als Entity-Dokument.
Bewertungen sind ein starkes Signal für KI-Empfehlungen
Ask Maps, die KI-Funktion in Google Maps, ist im März 2026 in den USA und Indien gestartet. Google wertet dafür nach eigenen Angaben Informationen zu über 300 Millionen Orten aus, darunter Bewertungen von mehr als 500 Millionen Beitragenden. Nach meiner Beobachtung zählt bei KI-Empfehlungen der Text, nicht nur die Sterne. Wer fünf Sterne gibt und nur „toller Laden“ schreibt, liefert kaum verwertbare Information. „Kompetentes Team und kurze Wartezeiten“ passt dagegen genau, wenn ein Nutzer nach Kompetenz oder schnellen Terminen fragt. Menge allein reicht nicht. Ein Ticket-Anbieter hatte weit mehr Bewertungen als jeder Wettbewerber und lag in der LLM-Sichtbarkeit im Februar 2026 trotzdem nur auf Platz 10 von 13.
Laut SOCi haben die Standorte, die ChatGPT empfiehlt, im Schnitt 4,3 Sterne. Viele KI-Systeme berücksichtigen Unternehmen unter etwa 4 Sternen demnach gar nicht mehr. Bei Gemini liegt der Schnitt der empfohlenen Standorte allerdings bei 3,9.
Abb. 5: Von ChatGPT empfohlene Standorte haben im Schnitt 4,3 Sterne, konkreter Bewertungstext liefert die Details. ↓ PNG
Citations wirken gleich zweifach
Citations verbinden Local SEO und Local GEO. Saubere Branchenbucheinträge helfen beim Google-Ranking und machen dein Unternehmen für KI-Systeme auffindbar. In der Whitespark-Umfrage sind 3 der 5 wichtigsten Faktoren für die Sichtbarkeit in KI-Systemen Citation-Faktoren. Ganz oben steht die Nennung in redaktionellen Bestenlisten („Best of“-Listen).
Ein Beispiel ist eine Augenklinik mit drei Standorten. HECHT INS GEFECHT hat dort sechs Monate lang die Markenstrategie mit gezielten Citations verbunden. Wir haben über 50 allgemeine Verzeichnisprofile sauber angelegt, dazu die Portale der Branche. NAPD ist in allen Einträgen identisch. Die Aufrufe der Google Business Profile stiegen um 53 %, die Interaktionen um 47 %. Der LLM-Visibility-Score (LLM = Large Language Model) lag im Februar 2026 in Rankscale bei 69,9 von 100.
Abb. 6: Der Kundencase: Local SEO und GEO nach sechs Monaten. ↓ PNG
Leere GBP-Attribute können dich KI-Empfehlungen kosten
Attribute wie „Rollstuhlgerecht“, „Parkplatz vorhanden“ oder „Haustiere erlaubt“ beantworten genau die Detailfragen, die Nutzer an KI-Systeme stellen. Nach meiner Beobachtung behandeln KI-Systeme ein leeres Attribut eher wie ein „Nein“ und nennen bei solchen Fragen andere Anbieter. Das dürfte vor allem Googles eigene KI-Funktionen wie AI Mode und Gemini betreffen. Darren Shaw (Whitespark) geht davon aus, dass Google direkt auf diese Profildaten zugreifen kann, andere Sprachmodelle dagegen nicht. Fülle dein Profil deshalb vollständig aus, auch die scheinbar unwichtigen Attribute.
HECHT INS GEFECHT ist eine SEO-Agentur aus Bremen und betreut Local SEO laufend. Dazu gehören die Optimierung des Unternehmensprofils, der Aufbau von Citations und NAPD, die Bewertungsstrategie, Standortseiten mit LocalBusiness-Schema und die Prüfung der Sichtbarkeit in KI-Systemen. Platz 1 im Local Pack kann kein seriöser Anbieter garantieren, weil die Entfernung zum Suchenden feststeht. Google schreibt selbst, dass sich ein besseres lokales Ranking nicht einfordern lässt, auch nicht gegen Bezahlung. Steuerbar sind Relevanz und Bekanntheit. Am Anfang der Betreuung steht das SEO-Audit. Es zeigt, wo dein Unternehmen bei Google Maps und in KI-Systemen Potenzial verschenkt.
Häufige Fragen zu Local SEO
Was bringt Local SEO für kleine Unternehmen?
Local SEO ist gerade für kleine Unternehmen oft der effizienteste Marketing-Kanal. Ein optimiertes Google Business Profil mit guten Bewertungen kann mehr lokale Anfragen bringen als eine teure Website. Local SEO funktioniert auch ohne eigene Website, allein über Google Maps, Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale.
Wie viele Google Business Profile sollte ich anlegen?
Ein Profil pro tatsächlichem Standort, nicht eines pro Stadt, in der du tätig bist. Profile ohne echten Standort verstoßen gegen die Richtlinien von Google und können gesperrt werden. Definiere stattdessen dein Einzugsgebiet im Profil. Mehrere Profile für denselben Standort führen laut Google zu Problemen bei der Darstellung.
Was ist der Unterschied zwischen Local SEO und klassischem SEO?
Local SEO optimiert die Sichtbarkeit für standortbezogene Suchanfragen, primär über Google Maps, Google Business Profil und Branchenverzeichnisse. Klassisches SEO optimiert die organischen Suchergebnisse für alle Arten von Keywords. Für lokale Unternehmen ergänzen sich beide Ansätze: Local SEO liefert schnelle, lokale Sichtbarkeit, klassisches SEO baut langfristige Reichweite auf.
Wie wichtig sind Bewertungen für Local SEO?
Für das lokale Ranking nennt Google die drei Faktoren Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Bewertungen zählen zur Bekanntheit, Google nennt dabei die Anzahl und positive Bewertungen. Aktualität und Tonfall gelten in der Experten-Umfrage „Local Search Ranking Factors“ von Whitespark als weitere Signale. Dort bilden Bewertungen nach dem Unternehmensprofil die zweitstärkste Faktorgruppe für das Local Pack (20 %, nach dem Unternehmensprofil mit 32 %). Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen gewichtet Whitespark sie mit 16 %.
Was ist Local GEO?
Local GEO optimiert die lokale Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode. Die SOCi-Studie 2026 hat über 350.000 Standorte von Marken mit mehreren Standorten ausgewertet. ChatGPT empfiehlt nur 1,2 % dieser Standorte, im Google Local Pack erscheinen sie in 35,9 % der Fälle. Die wichtigsten Hebel für Local GEO sind konsistente Branchenbucheinträge (Citations), positive Bewertungen mit konkretem Text und ein vollständig ausgefülltes Google Business Profil.
Wie werde ich bei Google Maps besser gefunden?
Die Reihenfolge bei Google Maps entsteht aus drei Faktoren: Distanz, Relevanz und Bekanntheit. An der Distanz kannst du nichts ändern, die anderen beiden sind steuerbar. Konkret wirken vier Hebel, nämlich ein vollständig ausgefülltes Google Business Profil mit der passenden Hauptkategorie, regelmäßige Bewertungen mit konkretem Text, NAP-konsistente Citations in relevanten Verzeichnissen und eine Standortseite mit LocalBusiness-Schema auf der Website.
Wie kann KI bei Local SEO helfen?
KI ersetzt die Datenpflege nicht, beschleunigt sie aber deutlich. Vier Einsatzfelder haben sich bewährt: ChatGPT für die Recherche relevanter Verzeichnisse und Portale deiner Branche, KI-gestützte Auswertung von Bewertungstexten auf wiederkehrende Themen, Entwürfe für individuelle Antworten auf Rezensionen und konsistente NAPD-Beschreibungstexte über alle Plattformen hinweg.
Quellen
- SOCi (2026): „Local Visibility Index 2026“, Localogy, Analyse von 350.000+ Standorten von 2.751 Marken, AI Visibility Gap
- SOCi (2026): „2026 Local Visibility Index“, SOCi, Studienbericht (PDF) mit Bewertungs- und Quellenwerten
- SOCi (2026): Blog zu den Local-Visibility-Benchmarks, SOCi, Bewertungsschnitt je KI-System und Grenze bei etwa 4 Sternen
- SOCi (2026): „LLM Queries Are 6x Longer Than Traditional Search“, Localogy, Query-Längenvergleich
- Shaw, Darren (2025): „Local Search Ranking Factors“, Whitespark, Experten-Umfrage zu lokalen Ranking-Faktoren, Ausgabe 2026
- Windolph, Benny (2019): „Warum Googles neues Social Network ein Erfolg werden könnte“, t3n, Google Maps als Social Network
- Windolph, Benny: „Das Google Local Pack“, OMT Magazin, Local Pack Optimierung
- Google: „Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern“, Google Unternehmensprofil-Hilfe, Relevanz, Entfernung, Bekanntheit
- Google: „Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google“, Google Unternehmensprofil-Hilfe, Name, Kategorien, Telefonnummer, Öffnungszeiten
- Google: „Hinweise zur Entfernung von Bewertungen wegen Diffamierungen in Deutschland“, Google-Maps-Hilfe
- Google (2026): „Ask Maps and Immersive Navigation: New AI features in Google Maps“, Google Blog, Ask Maps
- Ecosia: „Search Result Providers“, Ecosia Help Center, Tripadvisor als Datenquelle

