46 % aller Google-Suchanfragen haben einen lokalen Bezug. FĂŒr Restaurants, Handwerksbetriebe, Arztpraxen und Dienstleister ist Local SEO deswegen oft der wirkungsvollste Hebel â deutlich schneller und gĂŒnstiger als klassisches SEO. Und seit KI-Systeme wie ChatGPT lokale Empfehlungen aussprechen, entscheidet Local SEO auch darĂŒber, ob deine Marke in der nĂ€chsten Generation der Suche ĂŒberhaupt existiert.
Ich habe 2019 fĂŒr t3n darĂŒber geschrieben, wie Google Maps sich still und heimlich zum Social Network entwickelt. Seitdem hat sich Google Maps zur wichtigsten lokalen Suchplattform weltweit entwickelt â und mit KI-Systemen kommt jetzt eine zweite Front dazu. Dieser Artikel fasst zusammen, was ich in ĂŒber 30 Audits und Kundenprojekten ĂŒber lokale Sichtbarkeit gelernt habe.
Inhalt
Was Local SEO heute bedeutet
Local SEO optimiert die Sichtbarkeit eines Unternehmens fĂŒr Suchanfragen mit lokalem Bezug â „Zahnarzt Bremen“, „Blumenladen in der NĂ€he“, „beste Pizzeria geöffnet jetzt“. Generell dreht sich alles um eine zentrale Frage: Findet der Kunde dich, wenn er in deiner NĂ€he sucht?
Die Antwort hĂ€ngt 2026 von mehr ab als nur von Google. Bing Maps, Apple Maps und jetzt auch ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode liefern lokale Empfehlungen. Wer nur Google optimiert, verschenkt Reichweite auf Plattformen, die zusammen bereits 12,5 % aller Suchanfragen abdecken â Tendenz steigend.
Vier Vorteile machen Local SEO gegenĂŒber klassischem SEO so attraktiv â sortiert nach Wirkung, nicht nach Aufwand:
- Höhere Conversion: Wer lokal sucht, will buchen, anrufen oder vorbeikommen â die Quote liegt deutlich ĂŒber klassischen SEO-Traffic-Quellen.
- Schnellere Ergebnisse: Ănderungen am Google Business Profil wirken oft in Tagen, nicht Monaten.
- Weniger Aufwand: Ein Profil und eine Handvoll Seiten statt Tausender Keywords.
- Auch ohne Website möglich: Ein gepflegtes GBP reicht fĂŒr Sichtbarkeit aus.
Was Local SEO nicht kann: bundesweite Reichweite. Wer in mehreren Regionen ohne physischen Standort sichtbar werden will, kommt am klassischen SEO nicht vorbei. Die beiden Disziplinen sind keine Alternativen, sondern ergÀnzen sich.
Google Business Profil: Das HerzstĂŒck von Local SEO
Das Google Business Profil (GBP) â ehemals Google My Business â ist dein Eintrag bei Google Maps und in der Google-Suche. Hier stehen Ăffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer, Bewertungen, Fotos â alles, was ein potenzieller Kunde braucht, um eine Entscheidung zu treffen.
Ehrlicherweise: Ein optimiertes Google Business Profil ist einer der wichtigsten Faktoren fĂŒr dein lokales Ranking. Und trotzdem sehe ich in fast jedem Audit unvollstĂ€ndige Profile, veraltete Ăffnungszeiten oder Beschreibungstexte, die aus einem Satz bestehen.
Name und Kategorie
Beim Namen gilt: ĂŒberall identisch verwenden. Gleichzeitig lohnt es sich, relevante Keywords einzubauen. Statt „Sonnenstudio MĂŒller GbR“ funktioniert „Sonnenstudio MĂŒller â Solarium & BrĂ€unungsstudio“ in den Rankings messbar besser. Google kĂŒrzt den Namen manchmal runter â dann Ă€nderst du ihn einfach wieder zurĂŒck.
Die Kategorie ist letztlich genauso wichtig wie der Name. Google filtert EintrĂ€ge nach Kategorie, wenn jemand nach einer bestimmten Dienstleistung sucht. Orientiere dich an der Konkurrenz und wĂ€hle alle passenden Kategorien aus. Bei einem Kunden mit mehreren Standorten haben wir die Hauptkategorie von einer generischen Bezeichnung auf die spezifische Fachrichtung geĂ€ndert â und konnten in den Wochen danach einen messbaren Anstieg bei den lokalen Rankings beobachten.
Beschreibung
Google lĂ€sst dir 750 Zeichen Platz. Die solltest du auch voll ausreizen. Schreib genau rein, was ihr macht, fĂŒr wen ihr arbeitet und wo ihr sitzt. Pack deine wichtigsten Keywords ganz natĂŒrlich in den Text. Das ist nicht bloĂ fĂŒr Google gut â KI-Systeme ziehen sich diese Infos mittlerweile auch, um dein Unternehmen richtig einzuordnen. Mehr dazu steht im Teil ĂŒber Local GEO.
Fotos und BeitrÀge
Lad so viele echte Bilder hoch, wie du nur kannst â vom Team, dem Laden oder euren Produkten. Ein kleiner Hebel dabei: Google achtet auf den Dateinamen. Benenne die Dateien also direkt nach dem Keyword, fĂŒr das du ranken willst.
Die BeitrĂ€ge im Profil funktionieren wie Mini-News. Gutscheine, neue Sachen oder saisonale Aktionen zeigen einfach, dass dein Laden lebt. FĂŒr Google Gemini ist das ein wichtiges Frische-Signal. Wer zweimal pro Woche etwas postet, erhöht die Chance, empfohlen zu werden. Ganz klar.
Ăffnungszeiten
Das wird oft völlig unterschĂ€tzt. Wir haben bei einem Kunden mal die Anrufe ĂŒber die GBP-Insights analysiert. Das Ergebnis: Die meisten Anrufe kamen an einem Wochentag rein, an dem der Standort eigentlich zu hatte. Ăffnungszeiten muss man also strategisch planen und nicht nur dokumentieren.
Was du auf keinen Fall machen darfst: „Rund um die Uhr“ angeben, wenn du gar nicht da bist. Wenn ein Kunde vor verschlossener TĂŒr steht, ist das ein extrem schlechtes Signal fĂŒr Google â und fĂŒr dein GeschĂ€ft sowieso.
Ein Eintrag oder mehrere?
Lege nur ein einziges Google Business Profil pro Standort an. Auch wenn du in mehreren StĂ€dten tĂ€tig bist, reicht ein Eintrag mit definiertem Einzugsgebiet. Mehrere EintrĂ€ge fĂŒr denselben Standort verwirren nicht nur Kunden â sie kannibalisieren sich gegenseitig im Ranking.
Bei einem Kunden mit drei Standorten haben wir in einer Stadt mehrere Legacy-EintrĂ€ge gefunden, die sich gegenseitig im Weg standen. Nach der Bereinigung â Duplikate als „existiert nicht“ melden, Alt-EintrĂ€ge zusammenfĂŒhren â stiegen die Aufrufe des verbleibenden Eintrags um ĂŒber 50 %.
Das Local Pack: Die Top 3 bei Google Maps
Warum ist das Local Pack so entscheidend? Das Local Pack sind die drei Google-Maps-Ergebnisse, die bei lokalen Suchanfragen noch vor den organischen Ergebnissen erscheinen. 44 % der Klicks bei lokalen Suchen gehen auf das Local Pack â nur 29 % auf die organischen Ergebnisse darunter.
Google bestimmt die Reihenfolge im Local Pack durch drei Faktoren:
- Distanz: Wie nah ist das Unternehmen am Suchenden?
- Relevanz: Wie gut passt der Eintrag zur Suchanfrage (Kategorie, Keywords)?
- Bekanntheit: Wie stark ist das Unternehmen online vertreten (Bewertungen, Citations, Backlinks)?
An der Distanz kannst du nichts Ă€ndern. Relevanz steuerst du ĂŒber Kategorie und Name. Bekanntheit baust du ĂŒber Bewertungen, Citations und deine Website auf. Ich habe ĂŒber das Local Pack ausfĂŒhrlich in meinem Gastbeitrag fĂŒr das OMT-Magazin geschrieben â die Grundprinzipien gelten unverĂ€ndert.
Auch Bing hat ein Local Pack (Bing Places). Einen Eintrag dort anzulegen dauert 10 Minuten und kostet nichts. Brave Search und Ecosia greifen auf Tripadvisor-EintrĂ€ge zurĂŒck â wer dort gelistet ist, erscheint auch dort.
Local Citations: BranchenbucheintrÀge als Fundament
Citations sind ErwÀhnungen deines Unternehmens in Branchenverzeichnissen, Bewertungsportalen und Kartendiensten. Darren Shaws jÀhrliche Local Search Ranking Factors-Studie (Whitespark) bestÀtigt Citations konsistent als einen der wichtigsten lokalen Ranking-Faktoren. Der Grund: Citations zeigen Google, dass dieses Unternehmen wirklich existiert, an dieser Adresse, mit dieser Telefonnummer.
In den meisten Audits, die ich mache, fĂ€llt mir frĂŒh oder spĂ€t auf, dass die Eckdaten des Unternehmens nicht ĂŒberall gleich aussehen. Mal „StraĂe“ auf der eigenen Website, daneben „Str.“ in den Gelben Seiten. Mobilnummer bei Yelp, Festnetz im GBP. Mal mit, mal ohne „GmbH“ im Namen. Der Fachbegriff fĂŒr die saubere Variante davon heiĂt NAP-Konsistenz â Name, Address, Phone identisch ĂŒber alle Plattformen. Bei Google funktioniert die Toleranz fĂŒr Abweichungen erstaunlich lange, weil Maps die DatensĂ€tze ĂŒber AdressĂ€hnlichkeit zusammenfĂŒhren kann. Bei KI-Systemen funktioniert dieser Mechanismus nicht. StoĂen sie auf widersprĂŒchliche DatensĂ€tze, sinkt der interne Confidence-Score und die Empfehlung wandert woanders hin.
Welche Verzeichnisse sind relevant?
- Kartendienste: Google Maps, Apple Maps, Bing Maps, Here Maps, OpenStreetMap
- BranchenbĂŒcher: Gelbe Seiten, Das Ărtliche, 11880, Yellowmap
- Bewertungsportale: Yelp, ProvenExpert, Trustpilot, Foursquare
- Branchenspezifisch: Jameda (Ărzte), Kununu (Arbeitgeber), Tripadvisor (Gastro), regionale Portale
Ein Trick, den ich gerne nutze: einfach ChatGPT fragen, welche Portale in der eigenen Branche und Stadt relevant sind. Was die Antwort nennt, sind genau die Quellen, aus denen das Modell seine Empfehlungen zieht. Damit hast du sofort eine PrioritĂ€tenliste â und weiĂt, wo deine Konkurrenz dich am ehesten ĂŒberholt.
Manuell oder automatisiert?
Ab etwa 50 EintrĂ€gen wird die Pflege per Hand zur Lebensaufgabe. Ich nutze in solchen FĂ€llen Semrush Local: Ănderungen einmal zentral eintragen, das Tool gleicht sie mit allen angeschlossenen Verzeichnissen ab und meldet zurĂŒck, wo Duplikate liegen oder Reviews eingegangen sind. Bei einem Kunden mit drei Standorten ist daraus aus mehreren Stunden Citation-Pflege pro Woche eine Sache von Minuten geworden.
Wer mit unter 20 EintrĂ€gen auskommt, braucht kein Tool. Dann reicht es, die zehn wichtigsten Verzeichnisse manuell anzulegen und nach und nach zu erweitern â das ist FleiĂarbeit, aber ĂŒberschaubar.
Bewertungen: Der stÀrkste lokale Ranking-Faktor
Bewertungen wirken in Local SEO an mehreren Stellen gleichzeitig: sie schieben dich im Google-Ranking nach oben, schaffen Vertrauen, und entscheiden seit 2025 zusĂ€tzlich darĂŒber, ob ein KI-System dich ĂŒberhaupt empfiehlt. Eine ausfĂŒhrlichere Strategie steht im Beitrag zum Bewertungsmanagement. FĂŒr Local SEO im engeren Sinne sind fĂŒnf Prinzipien entscheidend â sortiert nach Wirkung:
- Keywords im Bewertungstext sind Gold wert. Google liest jede Bewertung. „Bester Zahnarzt in Bremen, super freundliches Team“ hilft direkt fĂŒrs Ranking auf „Zahnarzt Bremen“. Bitte Kunden um konkrete SĂ€tze â nicht nur um Sterne.
- Konkrete Schilderungen wirken stĂ€rker als emotionale. Aspect-Based Sentiment Analysis (KI-Systeme) und Google selbst werten Wartezeit, Parkplatz, Freundlichkeit als Attribute. „Toller Laden“ bewegt nichts. „Wartezeit unter zehn Minuten, freundliche Anmeldung“ ist verwertbares Signal.
- Immer antworten â einzeln und zeitnah. ReziprozitĂ€t ist ein Ranking-Faktor. Profile mit individuellen Antworten klettern in Google Maps spĂŒrbar schneller. Antworten einer festen Person zuweisen, nicht im zentralen Postfach versanden lassen.
- RegelmĂ€Ăigkeit schlĂ€gt Masse. FĂŒnf Bewertungen pro Woche ĂŒber sechs Monate sind besser als 50 an einem Stichtag. Google erkennt Bewertungswellen und stuft sie ab. Bewertungs-Bitte fest in den Standardablauf direkt nach Kundenkontakt einbauen.
- Schlechte Bewertungen nicht löschen lassen. Ein Profil mit ausschlieĂlich FĂŒnf Sternen wirkt unglaubwĂŒrdig â auch fĂŒr KI-Systeme, die glatt-polierte Profile mit niedrigerem Confidence-Score belegen. Sinnvoller: sachlich antworten, Lösung anbieten. Optimaler Bereich: 4,4 bis 4,9 Sterne.
On-Page SEO fĂŒr lokale Unternehmen
Local SEO braucht grundsĂ€tzlich keine Website â aber eine eigene Website verstĂ€rkt die Wirkung erheblich. Folgende MaĂnahmen machen den Unterschied:
Vier On-Page-MaĂnahmen machen den Unterschied â sortiert nach Hebel:
- Standortseiten: Pro Standort eine eigene Seite mit Adresse, Telefon, Ăffnungszeiten und Angebotsbeschreibung. Titel, H1 und URL verbinden TĂ€tigkeit mit Stadt: „Zahnarzt Bremen â Praxis Dr. MĂŒller“. Klingt langweilig, performt aber besser als kreative Varianten.
- Schema-Markup: LocalBusiness-Schema mit Name, Adresse, Telefon, Ăffnungszeiten, Geo-Koordinaten und Link zum GBP. Google bekommt die Eckdaten maschinenlesbar â KI-Modelle ĂŒbernehmen strukturierte Daten mit höherer Confidence als jeden FlieĂtext.
- Ortsrufnummer: Lokale Festnetzvorwahl statt 0800er oder Mobilnummer. Im Local Pack mit fĂŒnf identisch gerankten Praxen entscheidet manchmal genau dieses Mikro-Signal.
- Google Maps einbetten: Die statische Maps-URL aus dem eigenen GBP-Eintrag in die Standortseite einbetten â nicht die dynamische Embed-URL aus dem Iframe-Generator. Macht die VerknĂŒpfung Website â Eintrag explizit.
Local GEO: Lokale Sichtbarkeit in KI-Systemen
Hier kommt der Bereich, in dem sich gerade am meisten verschiebt. Local GEO ist letztlich Local SEO fĂŒr KI-Systeme â ChatGPT, Perplexity, Google AI Mode, Claude. Die Frage verschiebt sich vom klassischen „Findet mich jemand auf Google Maps?“ zu „Empfiehlt ChatGPT mich, wenn ein Nutzer in meiner Stadt nach einem Anbieter fragt?“. Beide Antworten ĂŒberlappen sich, aber sie sind nicht identisch. Mein Befund aus den letzten 30 Audits: Wer im Local Pack ganz oben steht, taucht in der KI-Antwort manchmal trotzdem nicht auf â und umgekehrt erlebe ich es regelmĂ€Ăig, dass ein Anbieter in ChatGPT genannt wird, der bei Google maximal auf Platz 7 liegt.
Der 30x Visibility Gap
SOCi hat 2026 ĂŒber 350.000 Unternehmensstandorte ausgewertet. Die Sichtbarkeit pro Plattform â sortiert nach Reichweite:
| Plattform | Standorte sichtbar |
|---|---|
| Google Local Pack | 35,9 % |
| Google Gemini | 11 % |
| Perplexity | 7,4 % |
| ChatGPT | 1,2 % |
Zwischen Google und ChatGPT liegt also der berĂŒhmte Faktor 30 â nicht weil ChatGPT schlechter ist, sondern weil dort schlichtweg fast niemand strukturiert vertreten ist. Die zweite Zahl aus derselben Studie wiegt schwerer: Nur 45 % der Unternehmen, die bei Google gut ranken, erscheinen auch in den KI-Antworten. Wer also davon ausgeht, dass ein gutes Google-Ranking automatisch ChatGPT-Sichtbarkeit mitbringt, irrt sich â die beiden Welten ĂŒberlappen sich, sind aber nicht deckungsgleich.
Was KI-Systeme ĂŒber lokale Anbieter wissen wollen
Bei KI-Systemen gibt es kein „Seite 2“. Entweder das Modell nennt dich, oder du existierst in dieser Antwort schlicht nicht. Dazu kommt, dass die Anfragen selbst anders aussehen. SOCi hat sie auf das sechsfache der typischen Google-Query-LĂ€nge gemessen. Wo bei Google „Zahnarzt Bremen“ reicht, fragt jemand bei ChatGPT lieber „Welcher Zahnarzt in Bremen hat gute Bewertungen und nimmt kurzfristig Termine an?“. Damit liefert der Nutzer die ganze Wunschliste schon mit, und das Modell sortiert entsprechend gnadenlos â wer drei der vier Kriterien nicht erfĂŒllt, fĂ€llt einfach raus.
Bleibt die Frage, warum so wenige lokale Anbieter dort ĂŒberhaupt vorkommen. Die ehrliche Antwort: Weil KI-Systeme parallel aus Dutzenden Quellen ziehen â Google Maps, Yelp, Branchenverzeichnisse, die eigene Website, Reddit-Threads, gelegentlich YouTube-Kommentare â und schon kleine WidersprĂŒche zwischen diesen Quellen den internen Confidence-Score senken. Wenn die Adresse auf der Website anders steht als bei Yelp, wenn die Telefonnummer in einem Branchenbuch noch die alte ist, dann zieht das Modell lieber den Wettbewerber, der ĂŒberall identisch auftritt. Das ist im Kern derselbe Mechanismus wie bei NAP-Konsistenz, nur hĂ€rter sanktioniert.
Falls du da tiefer rein willst: Das Thema heiĂt Generative Engine Optimization, kurz GEO. Ich habe neulich erst einen ausfĂŒhrlichen Artikel dazu geschrieben. Lokal ist vor allem das NAPD-Framework entscheidend. Das ist NAP plus ein D fĂŒr Description, also dein Unternehmenstext. Der muss auf allen KanĂ€len die gleiche Botschaft senden. Nicht unbedingt kopiert, aber mit identischer TonalitĂ€t und denselben Daten. Wo dieser Text bestenfalls herkommt? Das steht in meinem Beitrag ĂŒber die Ăber-uns-Seite als Entity-Dokument.
Bewertungen sind das Top-Signal fĂŒr KI-Empfehlungen
KI-Modelle lesen mittlerweile den echten Bewertungstext. Die schauen nicht bloĂ auf die Sterne. Ehrlicherweise ist dieser Unterschied viel krasser, als man oft meint. Im Hintergrund lĂ€uft nĂ€mlich Aspect-Based Sentiment Analysis: Die KI fischt sich aus den Rezensionen Infos zu Leistungen, Wartezeiten oder der Parkplatzsituation. Wer fĂŒnf Sterne gibt und nur âtoller Ladenâ schreibt, wird im System fast ignoriert. âKompetentes Team und kurze Wartezeitenâ wird hingegen zum entscheidenden Signal, wenn ein Nutzer eben nach Kompetenz oder schnellen Terminen fragt.
SOCi hat aus diesen Werten eine harte Schwelle abgeleitet: Standorte, die von ChatGPT empfohlen werden, kommen im Durchschnitt auf mindestens 4,3 Sterne. Wer schlechter bewertet ist, fliegt meistens direkt aus der Auswahl. Die Empfehlungswahrscheinlichkeit knickt da richtig ein. Und zwar deutlich vor der 4,0er-Marke, die man im klassischen Marketing oft als Ziel sieht.
Citations wirken gleich zweifach
Citations sind im Grunde der gemeinsame Nenner zwischen Local SEO und Local GEO. Wer das eine ernst nimmt, hat das andere fast nebenbei zur HĂ€lfte mit erledigt. Jeder einzelne saubere Branchenbucheintrag schiebt das Google-Ranking ein StĂŒckchen nach oben und macht das Unternehmen zugleich fĂŒr KI-Systeme greifbarer â schlieĂlich sind genau diese Verzeichnisse die Quellen, aus denen die Modelle ihre Informationen ziehen.
Wie sich das in einem realen Projekt anfĂŒhlt, zeigt ein Kundenfall, an dem wir 2025/2026 sechs Monate lang gearbeitet haben: drei Standorte einer Praxisgemeinschaft. Wir haben dort die Brand-SEO-Strategie mit gezielten Citations verzahnt â ĂŒber 50 generische Profile sauber angelegt, dazu die branchenspezifischen Portale, NAPD identisch ĂŒber alle EintrĂ€ge. Am Ende der sechs Monate hatten wir: +53 % GBP-Aufrufe, +47 % Interaktionen, einen LLM-Visibility-Score von 69,9 und â das war fĂŒr uns selbst die Ăberraschung â eine Conversion-Rate von 11 % ĂŒber ChatGPT und Perplexity, gegen 3 bis 5 % aus den organischen Suchen. Diese Differenz macht den ganzen Aufwand bezahlbar, vor allem weil KI-Traffic gerade erst anfĂ€ngt, in der GröĂe relevant zu werden.
Leere GBP-Attribute werfen dich aus KI-Empfehlungen
Google Business Profil-Attribute funktionieren als harte Filter fĂŒr KI-Systeme. „Rollstuhlgerecht“, „Parkplatz vorhanden“, „Haustiere erlaubt“ â ein leeres Attribut liest die KI als „Nein“ und filtert dein Unternehmen aus der Empfehlung heraus, wenn der Nutzer danach fragt. Das Profil sollte maximal ausgefĂŒllt werden, auch die scheinbar unwichtigen Attribute.
Was bringt Local SEO fĂŒr kleine Unternehmen?
Local SEO ist gerade fĂŒr kleine Unternehmen der effizienteste Marketing-Kanal. Ein optimiertes Google Business Profil mit guten Bewertungen kann mehr lokale Anfragen generieren als eine teure Website. Local SEO funktioniert auch ohne eigene Website â allein ĂŒber Google Maps, Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale.
Wie viele Google Business Profile sollte ich anlegen?
Ein Profil pro physischem Standort. Nicht pro Stadt, in der du tĂ€tig bist â das stuft Google als Spam ein. Definiere stattdessen dein Einzugsgebiet im Profil. Mehrere EintrĂ€ge fĂŒr denselben Standort kannibalisieren sich gegenseitig in den Rankings.
Was ist der Unterschied zwischen Local SEO und klassischem SEO?
Local SEO optimiert die Sichtbarkeit fĂŒr standortbezogene Suchanfragen â primĂ€r ĂŒber Google Maps, Google Business Profil und Branchenverzeichnisse. Klassisches SEO optimiert die organischen Suchergebnisse fĂŒr alle Arten von Keywords. FĂŒr lokale Unternehmen ergĂ€nzen sich beide AnsĂ€tze: Local SEO liefert schnelle, lokale Sichtbarkeit, klassisches SEO baut langfristige Reichweite auf.
Wie wichtig sind Bewertungen fĂŒr Local SEO?
Bewertungen sind einer der drei wichtigsten Ranking-Faktoren fĂŒr das Google Local Pack â neben Distanz und Relevanz. Google bewertet die Anzahl, QualitĂ€t, AktualitĂ€t und das Sentiment der Bewertungen. ZusĂ€tzlich beeinflussen Bewertungen seit 2025 auch die Sichtbarkeit in KI-Systemen, die Review-Texte aktiv auswerten.
Was ist Local GEO?
Local GEO optimiert die lokale Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode. Die SOCi-Studie 2026 zeigt: Nur 1,2 % der lokalen Unternehmen werden von ChatGPT empfohlen â im Vergleich zu 35,9 % im Google Local Pack. Die wichtigsten Hebel fĂŒr Local GEO sind konsistente BranchenbucheintrĂ€ge (Citations), positive Bewertungen mit konkretem Text und ein vollstĂ€ndig ausgefĂŒlltes Google Business Profil.
Quellen
- SOCi (2026): „Local Visibility Index 2026“, Localogy â Analyse von 350.000+ Unternehmensstandorten, AI Visibility Gap
- SOCi (2026): „LLM Queries Are 6x Longer Than Traditional Search“, Localogy â Query-LĂ€ngenvergleich
- Shaw, Darren: „Local Search Ranking Factors“, Whitespark â JĂ€hrliche Studie zu lokalen Ranking-Faktoren
- Windolph, Benny (2019): „Warum Googles neues Social Network ein Erfolg werden könnte“, t3n â Google Maps als Social Network
- Windolph, Benny: „Das Google Local Pack“, OMT Magazin â Local Pack Optimierung
- Google: „Google Business Profile Help“, Google Support â Offizielle GBP-Richtlinien


